Einweihung der Gedenkstätte für Sternenkinder an der Kirche Heilige Familie in Donaustetten am 18. Juli

Wer vom Rewe Donaustetten die Illerkirchbergerstraße Richtung Dellmensingen entlang fährt, sieht, dass sich auf den Grünflächen um die Kirche Heilige Familie Einiges tut. Hier entsteht neuer Lebensraum für Schmetterlinge und Bienen. Und in diesem Raum wurde eine Gedenkstätte für Kinder eingerichtet, die während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt gestorben sind – Sternenkinder.

Die Selbsthilfegruppe „Sternenkinder Ulm“ gibt es seit über 15 Jahren. Eltern von Sternenkindern treffen sich an jedem dritten Donnerstag im Ulrikahaus. Hier ist Raum über das Kind, das nicht mehr lebt und dennoch einen Platz in der Familie hat, zu reden, sich über Herausforderungen im Alltag auszutauschen und auch schöne Momente zu teilen. Seit Bestehen der Gruppe gedenken Eltern ihrer über 100 Sternenkinder. Sie kommen aus dem ganzen Alb-Donau-Kreis und darüber hinaus, vom Bodensee, aus Günzburg, aus dem Ostalbkreis.

Im Januar diesen Jahres kontaktierte der Kirchengemeinderat St. Laurentius die Gruppe „Sternenkinder Ulm“ und fragte, ob sich die Gruppe vorstellen könnte, sich bei der Neugestaltung des Kirchplatzes einzubringen. Es gab schon zum 10-jährigen Jubiläum der Gruppe Pläne, eine Gedenkstätte auf dem Gelände zu errichten, doch schien damals die Zeit noch nicht reif für das Vorhaben gewesen zu sein. Am 18. Juli 2021 war es nun soweit: die Gedenkstätte für Sternenkinder an der Kirche Heilige Familie wurde in einer feierlichen Zeremonie eingeweiht. Ein Amberbaum steht im Zentrum. Er passt sehr gut, denn er trägt sternenförmige Blätter, die sich im Herbst intensiv rot färben und auch noch da sind, während alle anderen Bäume ihre Blätter längst abgeworfen haben. Eine Stele mit einer Metallplatte, graviert mit Erich Frieds Gedicht „Aufhebung“ und Sternen, die in der Dunkelheit leuchten ist Teil der Gedenkstätte. Eine Sitzbank soll noch ergänz werden. Durch weiße Keramiksterne mit den Namen der Sternenkinder wird die Erinnerung an jedes einzelne Kind sichtbar.

Sabine Jakob, eine der drei Leiterinnen der Selbsthilfegruppe, freut sich sehr, dass dieses Projekt soviel Zuspruch erfährt und so schnell realisiert werden konnte, dank der finanziellen Unterstützung der AOK, der Beratung der Baumschule Braun in Eggingen und der zahlreichen helfenden Hände aus dem Team um Berthold Merkle aus dem KGR St. Laurentius. Bei der Pflanzung des Amberbaums war Sabine Jakob auch anwesend und es fiel ihr eine Besonderheit des Standorts der Gedenkstätte auf: Sie befindet sich eben nicht auf einem Friedhof, sondern an einem stark frequentierten Weg, mittendrin im Leben.

Text und Fotos: Annemarie Mann

Für mehr Informationen:

Sternenkinder Ulm

info(at)@sternenkinder-ulm.de