Reise der SE-Basilika in die Rhön vom 24. 06. – 30.06.201

Am Sonntagmorgen, 24.06.2018, startete die Reisegruppe mit 34 Teilnehmern bei bedecktem Himmel zur diesjährigen Reise. Pater Laurent stimmte uns mit dem Tagesimpuls auf unsere Reise ein und erbat Gottes Segen für die vor uns liegende Reisewoche.

Am späten Vormittag erreichten wir ehemalige Residenzstadt Ellwangen, wo uns Vikar Hof bereits zum Gottesdienst erwartete. Im Hintergrund erklang vom Marktplatz ein Posaunenchor, der zum Stadtfest einen ökumenischen Gottesdienst feierlich umrahmte. Nachdem wir uns mit einem Mittagsimbiss gestärkt hatten, verabschiedete uns Vikar Hof herzlich auf den weiteren Teil unseres ersten Reisetags.

Warme Sonnenstrahlen und leichter Wind begleiteten uns. Gestärkt durch eine Kaffeepause erreichten wir am Nachmittag unser Reiseziel Kloster Hünfeld, wo uns Pater Vitus freudig begrüßte. Der Ordensgründer Eugen de Mazenod (Bischof und Missionar) stammt aus Aix en Provence. Seine Berufung verstand er in der Verbreitung des Glaubens bei den Armen, was zu Beginn des 19. Jh. zur Gründung der Kongregation der Oblaten der makellosen Jungfrau Maria (OMI) führte.

 

 

 

 

 

 

Unsere Zimmer waren schnell bezogen und das gemeinsame Abendessen, wie übrigens alle Mahlzeiten, ganz köstlich. Später ließen wir im hauseigenen Klosterstüble in fröhlicher Runde zusammen mit Pater Vitus den Tag ausklingen, was wir auch in den folgenden Abenden teils ausgiebig taten. Verlockend war das respektable Weinangebot sowie natürlich der „Pilgerstoff“ (dunkles Bier). Die „Getränkeverbrauchsgedächtnisstütze“ (Merkzettel für den persönlichen Getränkekonsum) lag für jeden Gast bereit. Mal sehen, was so in einer Woche zusammenkommt.

 

Am Montag, 25.06.2018 starteten wir nach Bischofsheim. Hier im bayerischen Gebiet der Rhön war lange Zeit das Zentrum der Christianisierung durch den Hl. Bonifatius. Auf dem Stadtrundgang sahen wir die gut erhaltene Mauer der einstigen Stadtbefestigung und die gotische Basilika St. Georg (1610) mit einem „Ecter-Turm“ (Fürstbischof J. Echter 1545-1671). Im Zentturm selbst war das Mittelalter noch erlebbar.

Sehenswert war die russisch-orthodoxe Kirche, die zusammen mit einem dazugehörigen Museum in jüngster Zeit durch einen generösen Sponsor eingerichtet wurde. Erwähnenswert ist auch die Holzschnitzschule, gegründet 1853, die heutige Berufsfachschule für Holzbildhauer. Am Nachmittag schloss sich ein geführter Rundgang auf dem Kreuzberg mit Kirche, Klosteranlage sowie Gästehäusern und Lichterkapelle an.

Gestärkt im klösterlichen Biergarten fuhren wir dann ins schwarze Moor mit seinem neuen Aussichtsturm. Abends feierten wir den Geburtstag von Pater Vitus zusammen mit einigen seiner Klosterbrüder zünftig im Klosterstüble.

 

Dienstag, 26.04.20018 Zugfahrt nach Fulda. In einer gelungenen Stadtführung, ausgehend von der Zeit der Gründung des Benediktinerklosters (ca. 744 durch Abt Sturmius), erfuhren wir Wissenswertes über die Entwicklung der Stadt. Die im 9. Jh. erbaute Ratgarbasilika wurde zu Beginn des 18. Jh. durch den Hohen Dom ersetzt (J. Dientzenhofer), dessen Bauausführung er an den Petersdom anlehnte. Bis heute ist der Dom Grabes- und Wallfahrtskirche des Hl. Bonifatius. Das Residenzschloss und der Schlosspark sind u.a. Zeugen der Barockzeit. Bemerkenswert sind die Michaelskirche, die Stadtpfarrkirche mit ihrem Doppelturm, das Franziskanerinnenkloster Frauenberg hoch über der Stadt. Auffallend schön anzusehen war der üppige städtische Blumenschmuck. Nachmittags hatten wir Zeit zur freien Verfügung.

 

 

Besuch der mittelalterlichen Fachwerkstadt Fritzlar (früher Frideslar, Ort des Friedens). Wir starteten die Stadtführung durch die Dom- und Kaiserstadt am Grauen Turm mit seiner Ausstellung über die Hexenverfolgung und die mittelalterliche Gerichtsbarkeit. Von seiner obersten Etage bot sich ein Rundblick über die Stadt mit den vier Stadttürmen. Auf dem Domplatz steht das Denkmal des Hl. Bonifatius, der 723 eine dem germanischen Gott Donar geweihte Eiche gefällt hatte. In der Folge bekehrte er den germanischen Stamm der Chatten zum Christentum.

Fritzlar entwickelte sich zum Zentrum der Christianisierung des nordhessisch-thüringischen Gebietes. Durch malerische Gassen, vorbei am Hochzeitshaus, dem Rolandsbrunnen, dem 900 Jahre alten Rathaus und dem Spitzenhäuschen führte uns der Weg zum Dom mit seinen verschiedenen Baustilen, der Krypta und dem Hochgrab des Hl. Wigbert.

Am Nachmittag setzen wir unsere Tagesfahrt fort mit Ziel Edersee. Während einer 1,5-stündigen Rundfahrt bei schönstem Sommerwetter genossen wir die vorbeiziehende Landschaft mit Blick auf Schloß Waldeck.

Rückfahrt nach Hünfeld. Nach dem gemeinsamen Abendessen erläuterten uns P. Vitus und sein Mitbruder P. Josef die prächtig gestalteten farbigen Kirchenfenste ihrer Klosterkirche.

Donnerstag, 28.06.2018 Wir machten uns auf den Weg nach Alsfeld. Burg und Stadt gehen auf die Landgrafen von Thüringen zurück (1180/90). Den historischen Kern der Stadt lernten wir auf einem „Spezialitätenrundgang“ kennenlernten. Diese köstliche Besonderheit hatte Uschi Weber bestens für uns ausgesucht.

Das Rathaus am Marktplatz ist ein Fachwerkbau mit steinernem Sockel mit Ratssaal und Gerichtsstube. Das „Festhaus“ wurde im Renaissance-Stil erbaut. In der Walpurgiskirche mit ihrem mächtigen Turm sahen wir spätgotische Wandbilder und einen Schnitzaltar (16. Jh). Der Europarat ehrte die romantische Stadt mit dem Titel Europäische Modellstadt. Weiterfahrt nach Bad Salzschlirf und Besuch der katholischen Pfarrkirche mit dem Standbild des Hl. Vitus

Freitag, 29.06.2018 Fahrt nach Rasdorf. Zwischen Rasdorf und Geisa verlief der „Eiserne Vorhang“ bis 1989. Am sog. Point Alpha, einem Mahnmal deutsch-deutscher Geschichte, standen sich die Mächte von NATO und Warschauer Pakt 40 Jahre lang gegenüber. Nach der Wiedervereinigung wurde hier eine Mahn-, Gedenk- und Begegnungsstätte eingerichtet.

Wachtürme, Grenzanlagen, Schießstände und Metallgitterzaun sowie Baracken und Hallen für Panzer usw. sind im Original noch erhalten. Im „Haus auf der Grenze“ befindet sich ein Museum, das Einblicke in das leidvolle Leben an der hessisch-thüringischen Demarkationslinie gibt. Hier beginnt ein eindrucksvoller Kreuzweg, der von Dr. U. Barnickel überlebensgroß und ausdrucksstark aus Eisen gefertigt wurde.

Entlang am „Weg der Hoffnung“ beteten wir an den 14 Kreuzwegstationen im Gedenken an das Leiden Jesu und das der Menschen, die Erniedrigung und Unterdrückung erdulden mussten oder gar zu Tode kamen.

Am Abend feierten wir mit P. Vitus und P. Laurent die hl. Messe in der Klosterkapelle.

Danch trafen wir uns bei bestem Wetter im Hof des Klosters zum Abschluss der Reise.

Samstag, 30.06.2018 Gestärkt durch ein gutes Frühstück, begaben wir uns nach einer erlebnisreichen Woche auf die Heimreise.

Nach der Mittagsrast im Taubertal erlebten wir eine Führung durch Schloß Weikersheim und seinen Schlossgarten. Wir bestaunten den prunkvollen Rittersaal mit seiner imposanten Kassettendecke und die Gemächer der Fürstenfamilie.

Am späten Nachmittag erreichten wir nach insgesamt ca. 1300 gefahrenen Kilometern wieder unsere Heimatstadt Ulm. Für die einfühlsame und herzenswarme geistliche Begleitung durch Pater Laurent, für sichere Beförderung und den täglichen Nachmittagskaffee durch unseren Busfahrer Erwin, bedanken wir uns herzlich. Die hervorragende Planung und Organisation der gesamten Reise durch Uschi Weber war wieder einmal hoch zu loben. Dank gilt auch den Kuchenbäckerinnen und allen, die hierüber hinaus zum Gelingen der diesjährigen Reise beigetragen haben.

Text: Ursula  Mees – Fotos: Eleonore Fröhlich/Wolfgang Stock