Firmung 2019 – Lass uns leben wie ein Feuerwerk

Firmung am 15. September 2019: Lass uns leben wie ein Feuerwerk

Am 15. September wurden  27 Jugendliche durch Monsignore Domkapitular Paul Hildebrand gefirmt.

Ein Jahr lang haben sie sich auf diesen Tag vorbereitet. Einige haben sich sozial engagiert, zum Beispiel bei den Sternsingern, bei der 72 Stunden-Aktion und für Kinder in Lekirumuni/Tanzania. Andere sind mit dem Fahrrad oder mit dem Kanu zu den Schwestern nach Untermarchtal gepilgert und haben dort die Spiritualität des Klosters erleben können. Zwei Firmbewerberinnen haben den Jugendchor in Donaustetten bei der musikalischen Gestaltung von zahlreichen Gottesdiensten und Andachten unterstützt.

 

Herr Jesus Christus,

begleite diese jungen Menschen auf all ihren Wegen. Hilf ihnen, Stolpersteine zu überspringen, Licht aus innerer Dunkelheit zu finden und im Glauben Dich zu entdecken. Schenke du ihnen deine schützende Nähe, Hoffnung in schweren Lebenslagen und Kraft deinem Willen zu folgen. Sende ihnen Antworten auf ihre Fragen und Menschen an ihre Seite die sie begleiten , so schwierig der Weg auch sein mag.

 

Versöhnungstag der Firmlinge in der Kirche zur Hl. Familie in Donaustetten

Der Versöhnungstag der diesjährigen Firmlinge fand wie immer in Donaustetten statt

Nach einführenden Worten von Pastoralreferent und Jugendseelsorger Christoph Esser im Ulrikahaus gings es erstmal an die frische Luft.

Bogenschießen und Kistenklettern forderte alle Sinne der Jugendlichen. Und jede(r) konnte somit seinen Mut und sein Gottvertrauen unter Beweis stellen.

Ein weiterer Schwerpunkt an diesem Vormittag war das Versöhnungsgespräch mit einem Katecheten seiner Wahl. Wer wollte konnte auch die Gelegenheit nutzen und zur Beichte gehen.

Fotos:Renate Babic

Rückblick auf die 72 Stunden Aktion und das Kunstprojekt mit Oliver Patrich

Im Rahmen der 72 Stunden Aktion haben Firmlinge und geflüchtete Jugendliche u.a. das bekannte Gebet vom Hl. Franziskus in einen zeitgemäßen Film umgesetzt.

Außerdem haben die Flüchtlinge zusammen mit den Firmlingen an einem Kunstprojekt teilgenommen, welches von dem Künstler Oliver Patrich geleitet wurde.

Bergmesse im Gunzesriedertal am 13.07.2019

Foto: Hans-Jürgen Greber /Gabi Laib

Text: Pfr. Kloos/Gabi Laib

Kommunionkinder und ihre Familien auf dem Albschäferweg

Visitation – der Blick von außen – Abschluss des Prozesses Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten

Gebietsreferent Andreas Rieg ist in diesen Wochen in der Seelsorgeeinheit Ulm-Basilika unterwegs, um die Seelsorgeeinheit zu visitieren (besuchen). Die Gemeinden des Dekans werden vom jeweiligen Gebietsreferenten der Diözese Rottenburg-Stuttgart besucht. Andreas Rieg ist Mitglied des Domkapitels und Regens des Rottenburger Priesterseminars. Er ist also unmittelbar in der Priesterausbildung tätig.

In einer gemeinsamen Sitzung aller Kirchengemeinderäte am 25. Juni wurde ihm der Pastoralbericht der SE vorgestellt. Deutlich wurde auch durch einen halbstündigen Videoclip, der viele (nicht alle) der vielen Angebote und Aktivitäten, die in der Seelsorgeeinheit lebendig sind, mit schönen Bildern allen näher brachte. Große Dankbarkeit für so viele aktiv Mitwirkende stellt sich da ein. Darüber kamen Kirchengemeinderäte und Regens Rieg ins Gespräch.

Am Sonntag 7. Juli feiert Regens Rieg den Abschlussgottesdienst der Visitation in der Basilika. Der Kantatengottesdienst “Bach trifft Mozart” bringt schön die Freude am Glauben zum Ausdruck, die in vielfältiger Form hier in der SE lebendig ist. Es ist schön, dass in den einzelnen Gemeinden viel eigenständig möglich ist, dass es aber auch solche gemeinsamen Feiern des Glaubens gibt, wie diesen Gottesdienst oder die Sternwallfahrt, bei denen Gläubige aus der ganzen SE gemeinsam Gott loben, beten, und den Glauben feiern. Im Anschluss ist in Donaustetten Gelegenheit, beim Afrikanischen Markt, die weltweite Verbundenheit und Solidariät in den Blick zu nehmen, für ein Projekt in Tansania.

In den kommenden Wochen folgt noch die Visitation der Pfarrämter.

Im Anhang der Pastoralbericht zur Lektüre (leider ohne den Film)…. Anregende Lektüre.

SE Ulm EPP2205019

Dekan Ulrich Kloos

Gemeindefahrt der SE-Basilika ins Saarland vom 2. – 7. Juni 2019

Bei sonnigem Reisewetter startete die Reisegruppe mit 34 Teilnehmern am Sonntag zur diesjährigen Reise. Ziel war das Saarland mit Abstechern nach Frankreich und Luxemburg. Pfarrer Ulrich Kloos, unser geistlicher Begleiter, gab den Tagesimpuls und erbat Gottes Segen für die vor uns liegenden Reisetage.
Nach einer Mittagspause erreichten wir die Gemeinde Altenstadt (Wissembourg) im Elsass. Dort besuchten wir die romanische Kirche St. Ulrich. Der Bau wurde durch die Jahrhunderte mehrfach durch Feuer und Krieg erheblich beschädigt bzw. teils zerstört und in verschiedenen Jahrhunderten wieder auf- und angebaut.
Am späten Nachmittag erreichten wir unser Hotel in Merzig-Weiler und nach dem Zimmerbezug erwartete uns das erste köstliche Abendessen (3-Gänge-Menue) in dieser Woche.

Unser zweiter Reisetag führte uns nach dem Frühstück (Frühstücksbüffet) nach Saarbrücken. Auf einem Stadtrundgang lernten wir Stadt und Geschichte – locker und interessant vorgetragen durch unseren Reiseführer – ein wenig kennen. Die Stadt lebt vom Reiz ihrer Kontraste. Die Basilika St. Johann war unsere letzte Station der Führung.

Weiterfahrt nach Orscholz. Dort gab es wieder Kaffee und Kuchen wie jeden Nachmittag. Ein kleiner Spaziergang zum Aussichtsplatz Cloef belohnte uns mit einem phantastischen Rundblick über die Saarschleife.

  

Am darauffolgendem Tag fuhren wir ins benachbarte Mettlach zu einem Besuch ins Villeroy & Boch-Erlebniszentrum – Alte Abtei, Unternehmenszentrale des 1748 gegründeten Unternehmens. In der Führung durch das Keramikmuseum sowie in der Keravisionsshow wurde uns die Entwicklung der Keramik und des Porzellans von den Firmenanfängen bis heute näher gebracht. In der Ausstellung bestaunten wir die mit hochwertigem Porzellan dekorierten Tafeln. Anschließend konnte im Outletcenter so einiges erworben oder wenigstens angeschaut werden.
In der Freizeit bestaunten wir noch im Park der Alten Abtei ein über 1.000 Jahre altes sakrales Gebäude, den alten Turm mit oktogonalem Grundriss. Ebenfalls war der von André Heller geschaffenen Erdgeist, der ursprünglich auf der Expo 2000 ausgestellt war, nicht zu übersehen.

  

Vor der nachmittäglichen Bootsfahrt – zur Saarschleife von Mettlach bis Dreisbach und retour – wurde noch ein Geburtstagskind mit einem Gläschen Sekt gefeiert. Während der Bootsfahrt konnten wir den Aussichtspunkt von Cloef, den wir am zweiten Reisetag besucht hatten, diesmal von unten sehen.

Danach Weiterfahrt nach Saarburg. Mitten in der Stadt bildet der Leukbach, der hier in die Saar fließt, einen 20 m hohen Wasserfall, was das malerische Ortsbild mit den Fachwerkhäusern noch unterstreicht.

Vierter Tag Fahrt nach Metz. Eine ausführliche Stadtrundfahrt und späterer Rundgang gaben uns Einblicke in die Geschichte, alte und neue Bauwerke (Rathaus, Kathedrale, Arsenal u.a.) sowie das Leben in der heutigen Stadt. Sie beinhaltet Spuren einer 3000 Jahre langen Geschichte unter verschiedensten europäischen Einflüssen. Das Deutsche Tor ist der letzte Zeitzeuge der mittelalterlichen Befestigungsmauer, Doppeltor und Brücke zugleich.

Die Kathedrale Saint-Étienne gilt als eines der schönsten und größten gotischen Kirchengebäude in Frankreich. Glasfenster von Marc Chagall beeindruckten.

 

In der sich anschließenden Freizeit beschäftigten uns leckere Angebote der Cafés und Restaurants sowie endlose Einkaufsmöglichkeiten.
Nachmittags Besuch des Europadenkmals bei Überhörr (Berus), errichtet 1970, es soll von der deutsch-französischen Freundschaft künden. Die zwei Pylonen symbolisieren die beiden benachbarten Nationen Deutschland und Frankreich, deren gemeinsame geschichtliche Wurzeln durch die Plattform und deren inzwischen vielfältige freundschaftliche Verflechtungen durch die Stäbe dargestellt werden.

 

Fünfter Tag Luxemburg. Haupt- und Residenzstadt des Großherzogtums. Unsere Stadtrundfahrt führte durch die Altstadt, deren Gründung auf das Jahr 963 zurückgeht. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden ausgehend vom Bockberg mächtige Ringmauern und machten die Stadt zu einer der stärksten Festungen der Welt. Selbst nach der Schleifung sind immer noch viele Kasematten erhalten, die sich über mehrere Stockwerke verteilen.

Weiterhin besichtigten wir auf dem Rundgang die Kathedrale Notre-Dame de Luxembourg und sahen das Stadtpalais des Großherzogs, vor dem die Wachsoldaten brav patrouillierten. Auf dem Kirchberg-Plateaus befinden sich die Institutionen der Europäischen Union, die wir bei einer Rundfahrt sehen konnten.
Unsere Mittagspause verbrachten wir inviduell in den Altstadtstraßen und –gässchen.
In Echternach besichtigten wir die Saint Wilibrord Basilika. Ihm zu Ehren wird jährlich am Dienstag nach Pfingsten die „Echternacher Springprozession“ durchgeführt. Sie ist UNESCO Weltkulturerbe.
Vor der Weiterfahrt zum Hotel wurde ein zweites Geburtstagskind auf unserer Reise mit einem Gläschen Sekt gefeiert.

An unserem letzten Abend im Hotel wurden wir mit einem saarländischen 4-Gänge Menue überrascht. Zufrieden ließen wir den letzten Tag ausklingen.

Am Freitag war unser Heimreisetag. In der Pfarrkirche St. Peter in Merzig zelebrierte Pfarrer Ulrich Kloos einen Gottesdienst danach traten wir die Heimreise an.

In Schwetzingen machten wir mit der Führung durch den Schlossgarten eine Zwischenrast.

Erwin, unser Busfahrer, hatte auch an diesem Tag Kaffee gekocht und den letzten von vielen Kuchen bereitgestellt, bevor wir unsere Fahrt Richtung Heimat fortsetzten. Am frühen Abend hatte unsere Heimatstadt Ulm uns nach einer erlebnisreichen Woche wohl behalten wieder.

Mit Dank an Pfarrer Ulrich Kloos für die geistliche Begleitung, für Uschi Webers hervorragende Planung und Organisation und die umsichtige, sichere Fahrweise unseres Busfahrers endeten die schönen Tage der diesjährigen SE-Reise.
Dank gilt auch den Kuchenbäckerinnen und allen, die hierüber hinaus zum Gelingen der diesjährigen Reise beigetragen haben.

Text: Ursula Mees , Eleonore Fröhlich
Fotos: Eugen Bulach, Eleonore Fröhlich, Wolfgang Stock

 

 

 

Die Sorge um das gemeinsame Haus – Sternwallfahrt nach St. Franziskus

An Christi Himmelfahrt stand bei der Sternwallfahrt der SE-Ulm-Basilika in diesem Jahr das Thema “Die Sorge um das gemeinsame Haus” im Mittelpunkt. Prof. Dr. Margit Eckholt legte im Gottesdienst sehr tiefgehend dar, ausgehend von der Theologie von Papst Franziksus, wie sehr die Sorge um die ganze Schöpfung erste Berufung eines jeden Christen ist. Alle Geschöpfe sind von Gott geschaffen. Dafür dürfen wir Gott loben. So sollen auch alle Geschöpfe mit Respekt behandelt werden, auch Mann und Frau im Blick auf Ihre Rolle, gerade auch in der Kirche.

Aus allen Gemeinden waren Pilgergruppen zu Fuß oder mit dem Fahrrad in die Franziskuskirche zum gemeinsamen Gottesdienst gezogen, teilweise trugen die Ministranten Kreuz und Fahnen aus ihren Gemeinden mit. Das Foto ist beim Vater unser entstanden. Anschließend war beim gemeinsamen Mittagessen im Saal oder draußen reichlich Gelegenheit miteinander ins Gespräch zu kommen.

Gruppenleiterschulung in Samen vom 17.-19 Mai 2019

 

Vom 17. bis zum 19. Mai 2019 fand die Gruppenleiterschulung in Samen (Ulm) statt. Die Teamer bereiteten sich gemeinsam auf das Indianerzeltlager im Sommer vor und konnten drei Tage lang wie echte Indianer leben. Begleitet wurden die Teamer von Siegfried Schlafke, dem Leiter des Indianerdorfs. Er steuerte einige Impulse bei und half den Teamern bei der Vorbereitung für das Zeltlager.

verkürzte Form der Predigt zur Maiandacht am 12. 5. in St. Franziskus von Margarete Lobenhofer

Die Begegnung zwischen den Frauen Maria und Elisabeth ist ein sehr herzliches und freundliches Zusammentreffen.
….
Diese Begegnung atmet den Geist von Freude, Zuneigung und Entgegenkommen.

Liebe Schwestern und Brüder, wenn wir einen ersten Impuls von dieser Begegnung für unser Leben mitnehmen dürfen, dann vielleicht den, dass die Begegnungen in unserem Alltag auch diese Offenheit und Freundlichkeit, dieses Entgegenkommen und diese Zuneigung atmen sollen.

Es ist eine Anregung, sich so wie Maria auf den Weg zu machen, sich – so wie Elisabeth und Maria sich aufeinander zuzubewegen – irgendwo auch einmal wieder einen Besuch zu machen, einem Mitmenschen Hilfe und Unterstützung anzubieten.

Wo dieses „einander zu Hilfe eilen“ so gelebt wird, egal ob durch Frauen oder durch Männer, geben Menschen einander Halt, Geborgenheit, Vertrauen, Zuversicht, Stärke.
Es ergeben sich bewegende Momente und Erfahrungen. In diesen Momenten ist spürbar, dass Gottes heiliger Geist die Welt durchdringt. Deshalb sind sie berührend. Wir spüren in ihnen, dass es Gottes Geist ist, der die Menschen so warmherzig in ihrem Handeln macht.
Denn dies ist in der Erzählung von Maria und Elisabeth deutlich herauszuhören:
Mit Maria ist dieser noch winzige Jesus unterwegs – aber aus diesem winzigen Jesus entsteht etwas Großes; etwas Großartiges.

Und wenn wir uns auf den Weg machen, um jemanden zu besuchen, um jemandem Hilfe anzubieten, dann ist etwas von Jesus mit uns unterwegs und dabei. Und womöglich hüpft etwas vor Freude im anderen.

Genau von diesem herzlichen Geist geprägt sind sehr oft auch die Begegnungen, wie sie – zum weit überwiegenden Teil von Frauen- in tausenden von Stunden jährlich im Ehrenamt gestiftet werden. So sollen und dürfen Frauen in unserer Kirche sein; und es ist auch gut so, und wichtig, dass dies gelebt wird.

Aus dem Evangelium erwächst uns aber noch ein zweiter Impuls:

Diese Begegnung der zwei Frauen wird vom Evangelist Lukas als  Höhepunkt bildreicher Geschichten erzählt, die uns auch für die Zukunft Mut geben können und gleichzeitig die Verfasstheit unserer Kirche in Frage stellt:

Ich lade Sie ein, im Laufe dieser Woche einmal das erste Kapitel des Lukasevangeliums am Stück zu lesen. Es ist nicht so viel, wie es sich anhört: Aber, wie ich finde, gerade auf dem Hintergrund dieser Protestwoche „Maria 2.0“ sehr aufschlussreich.

Dieses 1. Kapitel ist ein raffiniert geschriebenes, literarisches Meisterwerk.

Lukas lebte ja in einer Zeit an der Schnittstelle zwischen Judentum und Christentum. Damit verbunden war das Ringen um die richtige Ausrichtung des Glaubens. Das Evangelium des Lukas kleidet diesen „religiösen Kulturenkampf“ nun in eine wunderbare Bildsprache, die er in zwei Erzählfäden entwickelt und durch die Begegnung Maria und Elisabeth miteinander verbindet.
Die zwei Erzählfäden verlaufen teils parallel und doch beschreiben sie Gegensätze.
In beiden Fällen erscheint der Engel Gabriel einer Person und kündigt die besondere Geburt eines Sohnes an, das „groß sein wird vor dem Herrn“.
Doch die beiden Personen sind so unterschiedlich, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Der erste Erzählstrang:
Zunächst erscheint der Engel Gabriel dem altehrwürdigen, theologisch und liturgisch gebildetem Priester Zacharias, der im Moment der Erscheinung gerade im Tempel das Rauchopfer zelebriert.
Der Priester bezweifelt die Botschaft des Engels; will sogar ein Zeichen dafür, dass sie wahr ist – ab diesem Moment wird er stumm; er kann den Menschen nichts mehr verkünden von seinem Glauben an die Wunder Gottes. Leider ist die Verkündigung dieses Textes in der Leseordnung der Sonntage nicht vorgesehen; man könnte fast meinen, dieser Text wurde bewusst unterschlagen. Dabei enthält er doch neben der sicherlich augenfälligen kritischen Warnung an Kleriker und  inhaltsleeres rituelles Tun auch die wirklich  Frohe Botschaft, dass sich gerade durch Veränderungen in tradierten Werten die Sprachfähigkeit des Gottesglaubens erhält.
Trotzdem wird in unserer Kirche an tradierten, überkommenen Formen festgehalten.
Und das, obwohl doch Zacharias genau in dem Augenblick wieder sprechen kann, in dem er seine Zustimmung erteilt, seinem So Sohn nicht den Namen seines Vaters und Großvaters zu geben, wie es die Tradition vorsieht, sondern ihm den Namen Johannes zu geben, was übersetzt heißt, Gott ist gnädig.
Durch die Veränderung der Tradition also, wird er wieder sprachfähig und kann den Gottesglauben weiterhin aktiv verkünden.
Aber ob mit oder ohne Einwilligung des Zacharias: Gottes Wille verwirklicht sich, denn Johannes kommt ins Leben.

Ganz anders im zweiten Erzählstrang, in dem Maria die Angesprochene ist:

Sie ist jung, gesellschaftlich unbedeutend, theologisch nicht gebildet: Und mitten in ihrem Alltag trifft sie die Verkündigung des Engels, in die sie ohne größeres Nachfragen, ohne viel Umstände zu machen, glaubend einwilligt.

In Zacharias und seinem Umfeld ist das traditionsgebundene Judentum verkörpert, das sich an althergebrachtes, an rituelle Gesetze und Vorschriften hält. Maria symbolisiert das jung – aufstrebende, dynamisch-charismatisch wirkende Christentum.
Wie schön, dass sich beides in der Begegnung von Maria und Elisabeth gegenseitig umarmt, wertschätzt, unterstützt und weiterträgt.

Daher ist auch das ein Impuls aus dem Evangelium rund um die Personen Elisabeth, Zacharias und Maria:
Sich auf den Weg machen und nicht starr stehen bleiben;
In Bewegung bleiben, damit das Evangelium die Menschen weiter bewegt und es auch heute noch zur Hilfe und Freude wird;
Gerade die Veränderung der Tradition macht, dass Stärke und Ausdrucksfähigkeit bleiben.
Trotzdem dürfen wir in unserem eigenen innerreligiösen Kulturenkampf, im Suchen nach dem „richtigen Weg“ für das Christentum der Zukunft darauf vertrauen, dass wir weder die Tradition besonders hoch halten, noch bekämpfen müssen; wir müssen nicht Modernes besonders vorantreiben oder stoppen – wir dürfen in einem „katholisch-allumfassenden Sinn“ beides Leben.
Und darauf vertrauen, dass Gottes Wirken so oder so dynamisch in unsere Welt kommt.

Mit einem großen Lobpreis ruft Maria aus, wie diese dynamische Kraft des Geistes Gottes die damalige religiöse Welt erneuert.
Wir beten nun dies als Lobpreis -denn Vieles ist bereits gut;  und gleichzeitig beten wir es als Fürbittgebet für die Kirche, im Vertrauen darauf, dass Gott auch heute verkrustete Strukturen aufbricht.

Meine Seele preist die Größe des Herrn …

Gemeindereferentin Margarete Lobenhofer