Fußwallfahrt 2017 nach Neresheim

 

Liturgische Nacht am 23. September in Donaustetten

Liturgische Nacht in der Kirche zur Hl. Familie –

Am 23. September fand in der Kirche zur Hl. Familie eine Liturgische Nacht der ganz besonderen Art statt.

Um 18 Uhr trafen sich aber erst einmal die neuen Firmbewerber/Innen zum Kennenlernen, Gruppen einteilen und ersten Beschnuppern. Im Ulrikahaus stellte Jugendseelsorger Christoph Esser das Firmkonzept vor und die einzelnen Katecheten ihr jeweiliges Projekt, damit alle schon mal einen Einblick darauf erhaschen konnten was denn so im kommenden Jahr auf sie zu kommen wird.

Um 19.30 Uhr wechselten dann alle in die Kirche zur Hl. Familie, wo schon etliche andere Kinder, Jugendliche und Junggebliebene Erwachsene gespannt darauf warteten was es mit der Liturgischen Nacht so auf sich hat.

Gottesdienste, meditative Workshops, Live Musik, Trommelworkshop, Lagerfeuerstimmung mit Stockbrot und Würstchen, Bogenschießen oder Nachtwanderung – hier hatte man die ganze Nacht freie Wahl. Wer sich traute die Himmelsleiter zu besteigen, konnte Jesus direkt auf Augenhöhe begegnen und seine ganze Alltagslast gut gesichert von geschultem Bodenpersonal unter sich lassen. Das hat schon was! 🙂

Die beiden  Pfarrer Ulrich Kloos und Pater Laurent nahmen sich in dieser Nacht ganz viel Zeit um mit den Kids mal so richtig ausführlich zu reden, zu beten , wer wollte zu beichten, oder einfach Gottesdienst zu feiern.

Gospelsängerin Isabelle Siyou versammelte alle Stimmgewaltigen Besucher zu einem Gospelworkshop um sich, um sie in kürzester Zeit so fit zu machen, dass sie beim anschl. Abschlußgottesdienst mit Pfarrer Ulrich Kloos um Mitternacht ihr Halleluja gekonnt vortragen konnten.

Nach dem Gottesdienst gab es für alle eine leckere Karotten-Kürbis- Mitternachtssuppe. Und wer dann immer noch nicht genug hatte, setzte sich wieder in die Kirche zum Abschluß “Kino meets Orgel” . Einige Mutige verbrachten sogar die Nacht in Donaustetten, ausgestattet mit Isomatte und Schlafsack.

 

 

Ein ganz besonderer Dank gilt der Jugendstiftung Just als Unterstützer unserer Aktionen.

 

 

 

Sowie allen Ehrenamtlichen Helfern, ohne die diese Nacht nicht so geworden wäre wie sie war:

Johannes Däges, Daniel Strele, Simon Kaifel , Oli Patrich, Renate Babic, Marcel Schultes , Julia Pinkow, Martin und Fabian Schwer, Annemarie Mann, Corni Däges und Nadine Lutz  für ihr ehrenamtliches Engagement.

Euer Jugendseelsorger : Christoph Esser

Fotos: Jürgen Feind, Renate Babic

 

 

 

 

Großes ökumenisches Laufteam beim Einstein-Marathon

“Wo der Geist des Herrn ist,… da ist Freiheit” – Von dieser Freiheit, die im Laufen, in der Bewegung liegt spürten etwa 250 Läufer im extra zum 500. Jubiläum der Reformation gebildeten Laufteam mit dem Namen “Da ist Freiheit” – 500 Füße waren für dieses Jubiläum in diesem Team beim Ulmer Einstein-Marathon auf den Beinen. Der evangelische Dekan bei einem Halbmarathon genauso wie der katholische Dekan Kloos beim 10 km Lauf und auch der Regens des Priesterseminars war mit von der Partie: Domkapitular Andreas Rieg. Viele kirchlich engagierte waren mit Begeisterung dabei, von jung bis alt. Die pinkfarbenen Shirts machten richtig Lust zu laufen. Toll, dass Christen auch bei solchen Ereignissen sichtbar und wahrnehmbar sind! Glückwunsch zu dieser Leistung.

(Auf dem Foto: Regens Andreas Rieg, Dekan Ulrich Kloos)

 

Taizé 2017 – Eine Woche beim Jugendtreffen in Taizé

Eine Woche beim Jugendtreffen in Taizé

Am Sonntagmorgen, den 03.09. machten sich sechs Jugendliche aus Eggingen, sechs aus der  Seelsorgeeinheit Ulm-Basilika und drei aus anderen Gemeinden des Dekanats zusammen mit ihren Begleitpersonen auf den Weg nach Taizé. Das Jugendcamp war in dieser Woche nicht besonderes voll, es waren “nur” etwa 1000 Jugendliche zu Gast. Nach kurzem Eingewöhnen entwickelte sich auch zwischen den verschiedenen Gruppen, die überwiegend aus Deutschlands Süden kamen, eine enge Gemeinschaft. So konnten weder die teilweise etwas knappen Essensrationen, noch die Kälte nachts etwas ändern an dem Spaß und dem “Zuhause-Fühlen”, das wir alle erleben durften. Jeder Tag bestand aus einer Bibeleinführung durch einen der Brüder, Gesprächsgruppen, Putz- und Reinigungsarbeiten und natürlich dem mindestens dreimaligen Besuch der Kirche zum Gebet. Dabei machen die meditativen Taizélieder und die lange Zeit der Stille diese Gebetszeiten so besonders.
Für die, die dann noch nicht genug vom Singen hatten, ging es noch zum “Oyak”, einem Treffpunkt, an dem zwei oder drei Gitarristen jeden Abend Hits von den Toten Hosen oder Scorpions zum Besten gaben. Es war wieder einmal beeindruckend, wie dort in Taizé so viele junge Menschen beten, singen und eine Woche zusammen ihren Glauben leben.

Viele neue Freundschaften wurden geknüpft, was den Abschied den meisten dann doch ziemlich erschwert hat. Dankbar und reich beschenkt und etwas müde sind wir dann am vergangenen Sonntag wieder wohlbehalten zu Hause angekommen.
Sarah L.

Eis für Kinder in Lekrumuni / So lecker kann Hilfe schmecken!

Summertime – Eis für Kinder in Lekrumuni – So lecker kann Hilfe schmecken!

Zum Schuljahresende, am letzten Sonntag vor den Sommerferien, gabs noch was ganz besonderes in der Kirche zur Hl. Familie. Nach dem Gottesdienst gab es selbstgemachtes Eis in 10 verschiedenen Sorten. Amarena Kirsch, Walnuss, Erdbeere, Joghurt Himbeere, Amarula, Schoko Chilli, Schoko Marzipan mit Schuss, …

Eines leckerer als das andere. Wer kein Eis mochte, konnte einen der 3 Eistees testen. Der Erlös fließt in unser Kindergartenprojekt in Tanzania “Wir machen uns stark für Kinder in Lekrumuni”.

Der Kirchhof lud außerdem zum verweilen ein. Ob Luma oder Strandliege, ob Schaukeldino oder Biergarnitur,… Nimm Platz und fühl dich wohl – das hat man glaube ich ganz deutlich gespürt.

Unserem Pater Laurent möchten wir an dieser Stelle einen schönen, erholsamen Heimaturlaub wünschen. Er wird in den kommenden  4 Wochen auch im Kindergarten in Lekrumuni nach dem Rechten schauen. Komm gesund und munter wieder zurück . Behüt dich Gott!

Viele Grüße an alle Kinder dort, denen wir hoffentlich bald einen guten Startschuss in eine bessere Zukunft geben können.

Ein herzliches Dankeschön gilt aber auch allen Gemeindemitgliedern und Spendern der Seelsorgeeinheit, die uns bei unseren Aktionen so tatkräftig unter die Arme greifen. So macht Helfen Spaß.

 

Like ice in the sunshine,
like ice in the sunshine.
I’m melting away,
on this sunny day.

Wir wünschen Ihnen allen einen wunderschönen Sommer, gute Erholung, bleiben Sie gesund.

Und wenn der Herbst ins Land zieht, dürfen Sie gespannt sein was wir uns neues für Sie ausgedacht haben. Denn eins ist sicher – Langeweile gibt es bei uns nicht.

Für das Kinder Helfen Kindern Team: Renate Babic

Abschied nach 2 Jahren – Danke an Vikar Simon Hof

 

Abschied von Vikar Simon Hof

Am 22. Juli war der offizielle Abschiedsgottesdienst von Vikar Simon Hof in St. Franziskus. Viele waren gekommen, auch gerade viele Ministranten, um ihm zu danken für die zwei Jahre, in denen er hier gewirkt hat an seiner ersten Vikarsstelle. Als Geschenk überreichte ihm die Seelsorgeeinheit einen Gutschein für eine rote Casel (ein Messgewand) passend zu einer seiner Primizstolen. Simon Hof wird im August umziehen und dann im neuen Schuljahr in der zweiten Basilikagemeinde in Ellwangen, die nächsten beiden Vikarsjahre verbringen. Wir alle danken Ihm für seine, herzliche, offene Art, für sein Hier sein und wünschen Ihm alles Gute und Gottes Segen für seinen Weg.
Pfarrer, Ulrich Kloos
Fotos: Renate Babic

20 Jähriges Priesterjubiläum von Pf. Ulrich Kloos am 5. Juli 2017 in der Basilika in Wiblingen

20 Jahre Priester

Am 5. Juli 1997 bin ich vom damaligen Bischof Dr. Walter Kasper mit 11 anderen in Schorndorf zum Priester geweiht worden. Diesen Tag wollte ich nicht einfach so unbemerkt verstreichen lassen, 20 Jahre später. So war es schön, dass werktags an einem abend so viele kamen, um mit mir Gottesdienst zu feiern, gemeinsam dank zu sagen, für so vieles, was mir auf diesem Weg geschenkt wurde. “Jesus sagt, ich bin die Tür, ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben, dieser Primizspruch begleitete mich seither und es ist wichtig, Menschen auch heute mit ihm, mit dieser Tür, die soviel öffnet im Leben, bekannt zu machen. Im Anschluss gab es vor dem Pfarrhaus im Schatten einen netten Sektempfang. Als Geschenk gab es einen Basilikaschirm (ein Unikat). Für die Orgel kamen mehr als 1000,- Euro zusammen. Allen Spendern einen ganz herzlichen Dank.
Pfarrer, Ulrich Kloos
Fotos: Jürgen Feind / Renate Babic

Großer Dekanatstag Ehingen /Ulm am 1.Juli 2017 in Wiblingen

Laudato Si  – Großer Dekanatstag in der Basilika

Der Dekanatstag am 1. Juli in Wiblingen war ein großes und Buntes Fest des Glaubens. Aus dem ganzen Dekanat Ehingen-Ulm waren gut 1500 Menschen gekommen, viele in den Gemeinden Engagierte, um ihre Glaubenserfahrungen zu teilen oder sich von denen anderer inspirieren zu lassen.
Der Dekanatsministrantentag mit mehr als 150 Ministrantinnen und Ministranten fand parallel dazu statt. So war eine große Menschenschar von jung bis alt in ganz Wiblingen unterwegs.
Nach einer sehr ansprechenden Eröffnung des Ministrantentags folgte um 14.00 Uhr die Eröffnung des Dekanatstages mit bunten Folkloretänzen der Gemeinden von Katholiken anderer Muttersprache. Landrat Scheffold und OB Czisch mahnten einen bewußten Umgang mit der Schöpfung an. Beide tanzten schließlich auch mit.
Dann gab es liturgische Inseln, von orthodoxen Gesängen, über Ökumene bis zum Beten mit Tieren. Arbeitskreise aus ganz unterschiedlichen Schwerpunkten, von der Spiritualtiät des Bieres bis zu Kreuzerfahrungen im Leben zogen viele Menschen an. Und während des Tages war ein buntes Markttreiben an den Ständen von Einrichtungen im Dekanat und Initiativen in den Gemeinden.
Auch die neue Homepage der Gesamtkirchengemeinde Ulm ging an diesem Tag online: www.katholische-kirche-ulm.de.
Höhepunkt war der Abschlussgottesdienst mit einer riesigen Schar von Ministranten und Sängerinnen und Sängern, die eine moderne Messe von Buchenberg sangen. Laudato si war auch das Thema der Predigt von Dekan Kloos. Pfarrer aus dem ganzen Dekanat feierten den Gottesdienst mit. Er endete bewusst draußen in der Welt mit einer (trotz Umleitung) nicht enden wollenden Prozession durch den Lustgarten zum Kögelhof, wo 12 Körbe Werner-Brote verteilt wurden (sie erinnern an den ersten Abt des Klosters Wiblingen, Werner von Ellerbach) und zu dem Lied “Nun danket alle Gott” weiße Luftballons in den Himmel stiegen.
Der Abend klang aus im Martinusheim bei Schnitzel mit Kartoffelsalat. Ein Tag an dem die Fülle des Glaubens wirklich zu spüren war und von dem alle gestärkt nach Hause gingen.
Fotos: Jürgen Feind / Renate Babic

Minifußballturnier mit Vikar Simon Hof

Tor, Tor, Tor,..

nun sieh mal einer an. Hier zeigt ein jeder was er kann. Ob Groß, ob klein, so muss es sein  das Runde muss ins Eckige hinein.

Als Abschiedsgeschenk für den fußballbegeisterten Vikar Simon Hof hat die KJUBA ein Ministrantenfußballturnier auf dem Donaustetter Freizeitgelände veranstaltet.

Am 22.7. spielten 7 Mannschaften aus St. Anton, St. Martin und St. Laurentius gegen Simons Oldstarteam  um einen Pokal und einen Partypizzagutschein (gesponsert vom Restaurant Romantica).

Das erste Tor an diesem Tag schoß Pater Laurent Mtaroni .

Den 1. Platz belegten die Donaustetter Pflaumen, die sich erst im Elfmeterschießen gegen die Wiblinger Spätzle durchsetzen konnten.

Der Dank für ein tolles Turnier gilt besonders der Minileiterrunde von St. Anton und Johannes Däges!

 

Pastoralreferent  Christoph Esser

Fotos: Renate Babic, Jürgen Feind

Predigt von Dekan Ulrich Kloos zum Schwörsonntag 2017

Predigt zum Schwörsonntag 2017

im Ulmer Münster am 23.7.2017 um 9.30 Uhr von Dekan Ulrich Kloos

Liebe an diesem Schwörsonntag versammelte ökumenische Gemeinde,

das Ulmer Münster leuchtet in diesem Jahr besonders bunt. Das hat nicht nur die Videoinstallation kürzlich am abend gezeigt. Das passt auch in dieses Jahr, da wir zurückdenken an 500 Jahre Reformation. Mit „Vielstimmigkeit“ ist dieses Jubiläum überschrieben, Vielfarbigkeit und Buntheit würde ich ergänzen. Ja, kirchliches Leben – noch weiter gefasst religiöses Leben in Ulm und um Ulm herum ist bunt und vielfältig. Nicht  nur innerhalb der evangelischen Kirche gibt es viele unterschiedliche Ausprägungen des gelebten Glaubens, auch innerhalb der katholischen Kirche ist das so, in einer Weltkirche, die ganz unterschiedlich gefärbte Spiritualitäten leben, wenn ich schon allein an die vielen Gemeinden anderer Muttersprache hier in Ulm denke. In 10 verschiedenen Sprachen finden Gottesdienste in Ulm statt, so steht es auf unserer neuen Homapage.Und auch in den anderen Religionen entdecke ich diese Vielfalt unterschiedlich gelebten Glaubens, auch hier in Ulm.

Es ist wichtig, dass wir diese Vielfalt gelebten Glaubens respektieren und anerkennen als Reichtum und nicht als Defizit. Ökumene heißt nicht, alles über einen Kamm zu scheren und auf eine Linie zu bringen. Was Ökumene bei aller Vielfalt aber wohl heißt, ist eine gemeinsame Basis, ein gemeinsames Grundwertefundament zu haben, das uns gemeinsam trägt und unser gemeinsamer Boden ist. Es braucht so einen gemeinsamen Geist – also auch eine geistliche Einheit, aus christlicher Sicht wirklich diesen gemeinsamen Heiligen Geist, der uns über alle Konfessionsgrenzen hinweg in der einen Taufe verbindet.

Und das ist gar nicht so weltfremd. Bei ganz unterschiedlich ausgeprägten Lebensstilen braucht es doch eine gemeinsame Grundorientierung und gemeinsame Werte. Pluralität wäre falsch verstanden, wenn wir einfach den anderen machen lassen würden, was er will. Den anderen respektieren, machen lassen, seinen Glauben und sein Leben lassen, geschieht auf einem gemeinsamen Fundament, auf einer gemeinsamen Werteüberzeugung. Das hat Kurienkardinal Koch Anfang April hier im Münster und auch in Basilika in Wiblingen nochmal betont bei dem hochkarätigen Treffen mit Bischof Bedford-Strohm organisiert von der Unita die Cristiani Anfang April.

Was ist das gemeinsame Wertefundament können wir fragen in unserer Gesellschaft heute hier in Deutschland, hier in der internationalen Stadt Ulm. Ich denke, der heutige Predigttext legt da eine gute Spur. Das eine ist der Gottesglaube. Das wird jetzt vielleicht manche überraschen. Aber der Glaube an Gott gehört für mich ganz wesentlich zu diesem gemeinsamen Wertefundament. Im Evangelium hören wir, wie die Jünger auf einen Berg in Galiläa gingen, um Gott zu begegnen, in Gestalt des menschgewordenen und auferstandenen Jesus Christus. Sie nehmen sich Zeit, sie nehmen sich aus dem Alltag heraus, gehen auf einen Berg, um Gott zu begegnen. Das gibt ihnen wieder Orientierung, sie sehen wieder klar, sie können ihre Ängste und Sorgen ablegen in dieser Gottesbegegnung. Das gelingt aber nur, wenn Sie ihren Alltag kurz unterbrechen, auf einen Berg steigen – oder vielleicht auf den Turm des Ulmer Münsters, um mit Gottes Hilfe, wieder einen klaren Blick auf das eigene Leben zu bekommen. Gottesbegegnung und Gebet im Leben richten uns aus, bringen uns wieder ins Lot. Das ist die Erfahrung aller gläubigen Menschen, über Religions- und Konfessionsgrenzen hinweg. Kürzlich stieg in Wiblingen ein Harley Fahrer von seiner schicken Maschine und fragte, ob die Basilika noch offen sei, er würde hier gerne herkommen, da kommt er zur Ruhe. Wir haben auch heute solche Orte der Gottesbegegnung, die wirkliche Kraftorte für Menschen sind, und hier im Münster werden das noch mehr Menschen erfahren und immer wieder herkommen, um kurz aufzutanken, sich neu auszurichten in einer kurzen stillen Begegnung mit Gott.

Denn eines merke ich auch in einer immer säkularer und atheistischer werdenden Zeit. Je mehr die Gottesbeziehung verloren geht, umso mehr geht auch die Beziehung unter Menschen verloren, umso mehr schauen einzelne immer mehr nach sich selbst, ich könnte auch sagen in ihr Smartphone, und auf Ihren Profit. Der Respekt vor Gott als höherem Wesen, als einem, der meinem Leben Halt und Orientierung gibt, führt dazu, dass ich auch respektvoll mit der ganzen Schöpfung, der Umwelt und Natur und natürlich auch mit jedem einzelnen Menschen umgehe, egal welchen Schulabschluss, welche Religion oder welche Hautfarbe er hat. Das ist meine Überzeugung: Wer Respekt hat vor Gott, der hat auch Respekt vor dem anderen und vor der Schöpfung.

Dann können sich Haltungen wie Vertrauen, Wertschätzung, Warten und Lassen können ausprägen. Was die Welt heute braucht ist nicht äußerliche Machtdemonstration, sondern innerlich starke Menschen. Das wird von innen heraus unsere Welt anders prägen. Dann geschieht es eben nicht mehr, dass der Vorgesetzte von Vorgaben unter Druck, den Angestellten unter Druck setzt und der seinen Mitarbeiter. Dann zählt nicht das, was irgendwelche Qualitätshandbücher von einzelnen erwarten, sondern der Einzelne, dem ich Vertraue. Und auch die weit verbreitete Segmentierung, die den ganzen Menschen aus dem Blick verliert, hört dann auf. Der Mensch ist k Dinge einfac ein Roboter. Er ist ganz Mensch. Deswegen braucht auch Zeit. Geduld, warten können, setzten lassen können sind da so Haltungen, die viel Ruhe in unseren Alltag bringen und eben die persönliche Wertschätzung für den Einzelnen, mit seinen Stärken. Diese Haltungen erwachsen aus dem Respekt vor dem Einzelnen, der wiederum aus dem Respekt vor Gott erwächst, der jeden einzigartig geschaffen hat.

Daher meine ich, gehört der Gottesglaube auch zu den gemeinsamen Grundwerten, die unsere Gesellschaft braucht, bei aller Vielfalt wie sich das Leben  der Einzelnen dann auch bunt entfaltet.

Daher bin ich froh, dass es durch die Jahrtausende immer wieder Menschen gab, die sich von diesem menschgewordenen Gott, von Jesus Christus haben ansprechen lassen, so wie die Jünger. Die diesen Auftrag beherzigt haben, zu allen Völkern zu gehen, sie zu taufen, uns sie das Evangelium, die frohe Botschaft zu lehren. Dieser Auftrag Jesu könnte heute freilich als zu missionarisch verstanden werden. Das ist jedoch keineswegs der Fall. Niemand soll gezwungen werden sich taufen zu lassen. Die Taufe steht für die Beziehung zu Gott, das bewußte Ja, mit diesem Gott durchs Leben zu gehen. Aber diesem Ja von uns geht das Ja Gottes zu jedem von uns voraus. Gott sagt zuerst einmal Ja, zu jedem, so wie er ist. „Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter.“ So eine Zusage, tut doch jedem von uns einfach (sau)gut. Zu wissen, von ihm bin ich gehalten und angenommen. Und wenn ich dann Ja dazu sage in der Taufe, sage ich Ja zu diesem Angebot Gottes, zu seinem Evangelium, zu seiner frohen Botschaft. Und das hat nichts einengendes. Ich lade mir nicht ein hartes Joch in Form eines strengen Gesetzes auf. Sondern als Kind Gottes, will Gott mich in die Freiheit führen, wie das Volk Israel aus der Knechtschaft heraus geführt wurde, so will Gott mich von unguten Abhängigkeiten befreien. Das habe ich auf meinem Lebens- und Glaubensweg oft erfahren. Nie hätte ich als schüchterner 17-jähriger mir vorstellen können, hier heute als Dekan zu stehen. Bindung an Gott schenkt Freiheit. Wie oft hat gerade Luther von der Freiheit des Christenmenschen gesprochen. Ein Gottesglaube darf von Religionen nie zur Unterdrückung und Knechtung missbraucht werden. Der Glaube führt in die Freiheit, zu einem guten, vertrauensvollen und respektvollen miteinander.

Und ich sehe noch einen weiteren Grund, warum es diesen Gottesglauben als Fundament braucht: Weil er uns eine gewisse Gelassenheit gibt. Da möchte ich den letzten Satz des Matthäusevangeliums in Erinnerung rufen: Und siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Das steht als Schlusssatz, sozusagen als Pointe am Ende des ganzen Evangeliums: Die Zusage, dass Gott bei uns ist, bis zum Ende der Welt. Dies gilt bei allem, was wir tun, bei allem, wie wir unseren Dienst in der Welt tun, bei allen Herausforderungen, denen wir uns stellen und bei allen Herausforderungen, die uns das Leben stellt. So ein Satz ist eine grandiose Zusage. Er nimmt mir manche Angst. Wir wissen es ja alle, dass Angst ein schlechter Ratgeber ist. Aber wie sehr ist unsere Zeit heute oft von der Angst getrieben, wieviel wird heute aus Angst auch schlichtweg überreguliert, wieviel Aufgeregtheit entsteht da, wo zuviel Angst ist. Der Glaube führt zu einem gewissen Grundvertrauen, zu einer gläubigen Gelassenheit auch dann, wenn vieles unsicher geworden ist, was wir ja auch in unserem Land und in Europa spüren. Heute ist nicht mehr alles so klar und sicher, wie es die letzten dreißig Jahre war. Bei allem, was wir für Sicherheit in unserer Zeit tun können und müssen, braucht es auch in den Köpfen und Herzen der Menschen ein Grundmaß an Vertrauen und gläubiger Gelassenheit.

Als unsere christliche Berufung und Aufgabe sehe ich es, auch unseren Glauben unaufgeregt, nicht mit verbissenem Ernst und strenger Miene, sondern mit einer Fröhlichkeit und Zuversicht zu leben, die ansteckt. Ein Wort aus dem ersten Petrusbrief begleitet mich zur Zeit: Seid jederzeit bereit, Auskunft zu geben, von der Hoffnung, die euch erfüllt. Diese Hoffnung, diese Zuversicht, die wir aus dem Glauben schöpfen, soll uns prägen und soll unsere Welt prägen. Das wollen wir auch an diesem Schwörfest hier mitten in Ulm tun. Ich möchte schließen mit dem Wort eines großen Ökumenikers, von Kardinal Walter Kasper, der anlässlich seines 60. Priesterjubiläums ein Büchlein herausgegeben hat mit dem Titel: „Seid fröhlich in der Hoffnung“. Amen.

Dekan , Ulrich Kloos